Unfruchtbarkeitsbehandlung

In-vitro-Fertilisation

IVF

In-vitro-Fertilisation ist eine Gesamtheit von Methoden, mit denen die Befruchtung des Oozyten (der Eizelle) mit dem Samen des Partners oder mit dem Samen eines anonymen Spenders außerhalb des Frauenkörpers erfolgt. Bei der anschließenden gemeinsamen Kultivierung von Samen- und Eizellen kommt es zur Befruchtung wie bei einer spontanen Empfängnis. Die richtige Auswahl der Samenzelle ist in den Händen der Natur. Die befruchteten Eizellen bleiben im Inkubator bis zum Embryotransfer, in der Regel 3-5 Tage.  Es handelt sich um eine Basismethodik, die in der Reproduktionsmedizin benutzt wird.

Verlauf der IVF

Erstgespräch:

Das Erstgespräch ist in unserer Klinik unverbindlich und kostenlos. Es reicht einen Termin telefonisch/per Email zu vereinbaren und zu uns zu kommen – Sie brauchen keine Überweisung von einem Frauenarzt/Urologen und keine Befunde. Sie werden mit einem Arzt Ihren Gesundheitszustand besprechen und er wird Ihnen mögliche Untersuchungen und eventuelles Behandlungsverfahren vorschlagen. Zum Erstgespräch kommen Sie idealerweise gemeinsam mit dem Partner. Nach der gründlichen Auswertung der Anamnese folgt eine Ultraschall- und Vaginaluntersuchung der Partnerin und gewöhnlich wird das Spermiogramm des Partners erstellt. Nach der Auswertung der Eingangsinformationen wird der Arzt – IVF-Spezialist – eine individuelle Behandlungsstrategie vorschlagen.

Untersuchungen:

In den meisten Fällen ist es möglich mit Hilfe der spezialisierten Untersuchungen die wahrscheinliche Ursache der Unfruchtbarkeit festzulegen. Jedoch bleiben 15% der Fälle unerklärt. Hier handelt es sich um die sogenannte idiopathische Sterilität. Die traditionelle Ansicht, dass für die Unfruchtbarkeit des Paares in 30 % der Fälle die Frau und in 30 % der Fälle der Mann verantwortlich ist, ist nicht ganz zutreffend. Denn heute nimmt die Anzahl der Männer mit den Fruchtbarkeitsproblemen ungewöhnlich zu. Sehr oft handelt es sich um die Fälle von kombinierter Sterilität (bis zu 70 % der Fälle), wenn eine Störung von Seiten beider Partner vorliegt.
Die Untersuchungen im Rahmen der Diagnostik von Unfruchtbarkeit konzentrieren sich auf die Auswertung der Eierstockaktivität, der Eileiterdurchgängigkeit und des Hormonspiegels bei Frauen. Bei den Männern auf die Spermaproduktion. Zudem erfolgt bei beiden Partnern eine imunologische, genetische und hämatologische Untersuchung.

Untersuchungen der Frau:

Hormonprofil

Diese Untersuchung informiert über den Zustand des weiblichen Reproduktionssystems, den Zustand der Ovarien und vor allem über die sogenannte ovarielle Reserve, also die Fähigkeit der Ovarien die Eizellen zu produzieren und ihre orientierende Anzahl in dem Ovarium.
FSH (follikelstimulierendes Hormon) 1,9 – 12 IU/ml
LH  (luteinisierendes Hormon) 0,9 – 12 IU/ml
PRL (Prolaktin)  unter 25 ng/ml
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) 1,0 – 4,0 IU/ml
AMH (Anti-Müller-Hormon) 0,5 – 30 IU/ml (in Abhängigkeit vom Alter)

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung besteht gewöhnlich aus der transvaginalen Untersuchung des Uterus und der Ovarien. Wir konzentrieren uns vor allem auf die Größe und Form des Uterus, Höhe und Struktur des Endometriums und auf seine eventuellen Pathologien – Polypen und myomatöse Knoten. Die Ultraschalluntersuchung der Ovarien ist wichtig zur Untersuchung und zum Ausschluss der Anwesenheit von Zysten und zur Abschätzung der ovariellen Reserve, also Kraft der Ovarien.

Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit

Die Eileiterdurchgängigkeit ist entscheidend um die spontane Konzeption (Empfängnis) zu erreichen. In unserer Klinik verwenden wir bei der Untersuchung der Eileiterdurchgängigkeit die modernste und schonendste Methode. Es handelt sich um die Verabreichung eines speziellen Gels/Schaumes durch den Gebärmutterhals bei gleichzeitiger Beobachtung der Passage des Kontrastmittels durch die Eileiter unter Ultraschallkontrolle. Falls Sie sich für diesen Eingriff in der Vollnarkose entscheiden, ergänzen wir diese Untersuchung um die sogenannte Hysteroskopie. Diese Untersuchungstechnik (Kamera/Optik) ermöglicht eine Detaildarstellung von Gebärmutter, Gebärmutterhöhle und des Schleimhautcharakters. Gleichzeitig können kleine Pathologien, wie z.B. Polypen oder kleine Verwachsungen innerhalb der Gebärmutter, die ein Hindernis der erfolgreichen Schwangerschaft sein können, operativ entfernt werden.

Chromosomenuntersuchung

Ziel der Chromosomenuntersuchung ist die Untersuchung des Karyotyps (der Chromosomenzahl des Patienten). Chromosomenuntersuchung wird bei wiederholten Fehlgeburten, erfolglosen IVF – Zyklen und bei der genetischen Belastung empfohlen.

  1. Auf dem Weg zur ersehnten Schwangerschaft sind manchmal ambulante und operative Eingriffe im Rahmen der Tageschirurgie notwendig, die wir Ihnen in unserer Klinik gewähren können.
  2. Bei Bedarf steht ein Konsiliararzt: Immunologe, Endokrinologe, Internist und Psychologe zur Verfügung.

Eine gute Versorgung ist uns wichtig, deswegen sind sie mit den Ärzten und mit den IVF-Koordinatorinnen in einem engen Kontakt. Sie haben jeweils Kontakt zu einem Arzt und einer Krankenschwester und im Falle individueller Bedürfnisse stehen wir Ihnen permanent zur Verfügung.

Untersuchungen des Mannes:

Immer häufiger sind wir mit der männlichen Unfruchtbarkeit konfrontiert, deswegen haben wir in unserer Klinik das Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Verfahren erweitert.
Untersuchungen des Mannes fangen wir mit dem Spermiogramm an. Im Falle  pathologischer Werte werden wir ein Kontrollspermiogramm in einem gewissen Zeitabstand empfehlen. In der Klinik haben wir einen Andrologen, mit dem Sie ihren Befund jederzeit besprechen können. Wenn sich pathologische Ergebnisse im Kontrollspermiogramm, nach einem Zeitabstand, nach Änderung der Lebensweise und einer Vitamintherapie wiederholen, dann ist eine urologische Untersuchung indiziert. Wir arbeiten mit renommierten Urologen, die sich mit männlicher Unfruchtbarkeit beschäftigen, zusammen.

Spermiogramm

Dies wird als die primäre Untersuchung bei der Abklärung der Ursachen von der männlichen Unfruchtbarkeit durchgeführt. Ohne Ergebnisse des Spermiogramms hat die Durchführung der ausführlichen Untersuchungen der Frau keine Bedeutung. In der Klinik ISCARE werten wir das Spermiogramm nach den aktuellen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation aus.
Die Entnahme von Spermien wird in einem speziellen Raum, in einen sterilen Behälter, mittels Masturbation durchgeführt. Wichtig ist eine 2-5-tägige sexuelle Enthaltsamkeit. Bei der Untersuchung wird die Menge, Qualität, pH, Verflüssigung, Anzahl und Form der Spermien im Ejakulat des Mannes untersucht.

Urologische Untersuchung

In der Klinik ISCARE steht ein Urologe zur Verfügung, der alle notwendigen Untersuchungen durchführen wird.

Genetische Untersuchung

In bestimmten indizierten Fällen bei sehr schweren Störungen der Anzahl oder Qualität der Spermien ist es notwendig die Spermien durch die FISH-Methode zu untersuchen. Bei dieser Untersuchung wird der Karyotyp festgestellt.

Immunologische Untersuchung

Stimulation:

Wenn alle Befunde in Ordnung sind, wird der Arzt für Sie aufgrund ihrer Befunde ein Stimulationsprotokoll erstellen und Ihnen den gesamten Prozess erklären. Ziel der Stimulation ist die Bildung von mehreren Eizellen in den Eierstöcken, die anschließend zum Zeitpunkt der Reife entnommen und mit den Spermien des Partners befruchtet werden.

Die Koordinatorin wird Sie aufklären, wie die Stimulationsmedikamente zu applizieren (subkutane Injektionen) sind.

Während der Hormonbehandlung, in der Regel am 5.-6. Tag, kommen Sie in die Klinik zum Kontrollultraschall, um den Stimulationsverlauf und die Reaktion der Eierstöcke zu kontrollieren. Wir überwachen die Anzahl und Größe der entstandenen Follikel (der Hüllen, in denen sich die Eizellen befinden), sowie die Struktur und Höhe des Endometriums. Laut Ultraschall wird der Arzt das genaue Datum und die Zeit der Entnahme der Eizellen und auch den Zeitpunkt der Verabreichung der letzten Spritze bestimmen, welche die Ausreifung der Eizellen gewöhnlich 34-36 Stunden vor der Entnahme der Eizellen sichert.

Entnahme der Eizellen:

Die Entnahme der Eizellen wird in einer kurzfristigen Vollnarkose im Rahmen der Tageschirurgie durchgeführt. Die Eizellen werden durch die Scheide mittels Ultraschallsonde mit einer speziellen Punktionsnadel entnommen. An diesem Tag gibt der Partner die Ejakulatprobe ab, die anschließend verarbeitet und zur Befruchtung der entnommenen Eizellen verwendet wird. Nach der Entnahme der Eizellen bleibt die Frau ca. 2-3 Stunden im Bett liegen. Anschließend werden Sie zusammen mit dem Partner eine embryologische Konsultation absolvieren, bei der unsere erfahrenen Embryologen den Befruchtungsprozess gründlich erklären werden und aufgrund ihrer Anamnese und der Untersuchungen ein weiteres Verfahren vorschlagen werden,  damit der Erfolg der Behandlung möglichst hoch ist. Nach der Entlassung aus der Klinik ist Begleitung erforderlich, da nach der Vollnarkose das Autofahren nicht empfohlen wird

Methoden der Befruchtung:

IVF In-vitro-Fertilisation ist die Befruchtung der Eizelle außerhalb des Frauenkörpers (künstliche Befruchtung). Sie wird auf ICSI- und IVF-Methode verteilt.

ICSI

Es handelt sich um eine Methode, bei welcher die Samenzelle unter dem Mikroskop mit einer speziellen Glaspipette direkt in die Eizelle eingespritzt wird. Der Embryologe wählt die Samenzelle unter starker Vergrößerung nach Auswertung ihrer morphologischen Eigenschaften und aufgrund ihrer Bewegung aus. Anschließend wird die Samenzelle immobilisiert und in die reife Eizelle eingespritzt. Damit ist eine höhere Wahrscheinlichkeit der Befruchtung sichergestellt. Die statistische Erfolgsrate liegt bei 70-80 %. Die ICSI-Methode wird bei verschiedenen Störungen des Spermiogramms, bei älteren Patientinnen (über 35 Jahre), aber auch in Fällen wo wir bei der Stimulation eine geringere Anzahl von Eizellen erhalten werden, verwendet.

IVF

Bei dieser Methode verläuft die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle während der gemeinsamen Kultivierung in einer speziellen Schüssel. Zu der Eizelle wird ein Tropfen des Ejakulats getropft, und anschließend dringt die Samenzelle selbst in die Eizelle ein. Es ist die natürlichere Form der Befruchtung, weil die Selektion der Samenzelle natürlich, wie bei der spontanen Befruchtung, verläuft. Die statistische Erfolgsrate liegt bei 60 %. Diese Methode ist bei einem guten Spermiogramm, bei dem ersten IVF-Zyklus oder  bei einem Eileiterverschluss, als die Ursache der Unfruchtbarkeit, geeignet.

Transfer:

Die Eizelle verändert sich nach der Befruchtung durch die Samen des Partners oder Spenders in einem Embryo. Alle Embryos werden dann im embryologischen Labor überwacht und gewöhnlich am fünften Tag in die Gebärmutter der Patientin transferiert. Der Transfer wird mit einem speziellen Katheter unter Ultraschallkontrolle durchgeführt. Der Eingriff ist schmerzlos und dauert in der Regel nicht länger als ein paar Minuten. Im Bezug auf die hohe Erfolgsrate der Behandlung und auf die Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ESHRE) bevorzugen wir den Transfer des einzelnen Embryos. Eine Mehrlingsschwangerschaft wird als Komplikation der Behandlung betrachtet. Unsere Priorität ist es, dass unsere Patientinnen nach der erfolgreichen Befruchtung eine unkomplizierte Schwangerschaft haben und am Geburtstermin ein gesundes Baby gebären. Der Embryotransfer bei uns ist der richtige Weg zu einem Baby.

Kryokonservierung der Embryos und anschließender KET Kryoembryotransfer:

Im Falle, dass wir am fünften Tag der Kultivation mehr als einen guten Embryo zur Verfügung haben, erfolgt nach dem Embryotransfer das Einfrieren der übrigen Embryos. Die Embryos werden durch modernste Methoden eingefroren (Vitrifikation). Eingefrorene Embryos werden aufbewahrt und für zukünftige Verwendungen vorbereitet. Der Prozess des Einfrierens ist eine ideale Möglichkeit im Falle des ovariellen Hyperstimulationssyndroms, bei dem der Embryotransfer nicht empfohlen wird. Der Transfer des eingefrorenen Embryos wird nach einer kurzen medikamentösen Vorbereitung des Endometriums oder innerhalb des sogenannten Nativ-Zyklus, meistens zwischen dem 17. und dem 22. Tag des Menstruationszyklus, durchgeführt. Die Erfolgsrate des Kryoembryotransfers ist gleich wie bei einem Embryotransfer und liegt derzeit bei 45 %.

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